Grundlagen der Waldorfpädagogik

Die Waldorfpädagogik für die ersten sieben Lebensjahre gründet im Wesentlichen auf folgenden Prinzipien:

Vorbild und Nachahmung

Das kleine Kind, das mit all seinen Sinnen noch unmittelbar leiblich und seelisch-geistig mit seiner Umgebung verbunden ist, orientiert sich durch Nachahmung in und an der Welt.

Im eigenen aktiven, nachahmenden Mittun verbindet es sich mit der Welt. Im Waldorfkindergarten wollen wir dies unterstützen durch das Schaffen einer nachahmenswerten Umgebung.

 

Rhythmus und Wiederholung

 

Rhythmus und Wiederholung sind tragende Säulen im Tageslauf eines Kindes und prägende Aspekte im Alltag des Waldorfkindergartens.

Der Tag, die Woche und das Jahr werden bei uns bewusst rhythmisch gestaltet und dadurch für das Kind erlebbar gemacht.

Ein guter Rhythmus zeichnet sich dabei aus durch das Schwingen von einer Polarität zur anderen und die Wiederholung von Ähnlichem.

Ein solcher Rhythmus trägt durch den Tag, gibt dem Kind Sicherheit, Geborgenheit und ein Gefühl von Verlässlichkeit. Das stärkt die Wachstums- und Lebenskräfte des Kindes, die es gerade innerhalb der ersten sieben Lebensjahre in besonderem Maße für seine Entwicklung braucht.

 

Sinnespflege

Über unsere Sinne treten wir mit der Welt in Verbindung und sie ermöglichen uns auch, dass wir uns im eigenen Leib „zu Hause fühlen können“. Notwendige Voraussetzung dafür sind vielfältige Sinneserfahrungen, vor allem in der frühen Kindheit.

Eine ganz besondere Rolle spielen hier die sogenannten Basalsinne (Tast-, Bewegungs-, Gleichgewichts- und Lebenssinn). Das Vertrauen in die eigene Kraft und in die Handhabbarkeit der Welt wird nicht durch gutes Zureden gefördert, sondern durch leiblich-konkrete Erfahrungen über die Sinne.

Basale Sinnespflege und Bewegungskultur sind uns daher ein großes Anliegen.

 

Selbstständigkeit und Eigenaktivität werden gefördert, indem das Kind in einer bewusst durchschaubar und handhabbar gestalteten Umgebung zu eigenen Tätigkeiten angeregt wird. Geborgen in der Sicherheit gebenden „Aufmerksamkeitshülle“ der Kindergärtnerin soll das Kind eigene Erfahrungen an der Welt machen können. Stichworte hierfür sind Tatsachenlogik und elementares Verstehen von Zusammenhängen.

 

Freies schöpferisches Spiel

Ein großes Anliegen ist es uns, im Kindergarten eine Umgebung und Atmosphäre zu schaffen, die es dem Kind ermöglicht, in ein freies schöpferisches Spiel zu finden.

Dieses freie Spiel ist das eigentliche Lern- und Übfeld des Kindergartenkindes – hier macht es seine Erfahrungen sowohl mit Materialien und Gegenständen, als auch im Sozialen mit den anderen Gruppenkindern, hier erweitert und verinnerlicht es seine Selbst- und Welterfahrung.

Das Spielmaterial im Waldorfkindergarten soll die Phantasie des Kindes beflügeln und nicht einschränken. Deshalb gibt es bevorzugt einfaches, wenig ausgestaltetes Spielzeug, vorwiegend aus Naturmaterialien, die vielfältige Tastsinn-Erfahrungen bieten.

 

„Sieben oder acht Jahre des Sich-Bewegens und Spielens sind notwendig, um einem Kind die sensomotorischen Fähigkeiten zu vermitteln, die als Grundlage für seine interkulturelle, soziale und persönliche Entwicklung dienen kann.“ (Jean Ayres)

 

Wir sehen es als ein Grundrecht des Kindes an, ausreichend Zeit zu haben, um ungestört spielen zu können.

In diesem Sinne lebt bei uns im Kindergarten das freie schöpferische Spiel nicht als Mittel zum Zweck, sondern als Wert an sich.

 

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